
Shirin Ebadi erhält Internationalen Demokratiepreis Bonn 2010
Iranische Menschenrechtlerin zweite Trägerin des Preises
Die iranische Anwältin, Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi erhält in diesem Jahr den Internationalen Demokratiepreis Bonn. Das gab der Vorstand des gleichnamigen Vereins am 5. März 2010 in Bonn bekannt. „Die Jury würdigt mit der Auszeichnung den unerschrockenen Einsatz Ebadis für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Iran“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann. Die Jury habe sich einstimmig für die iranische Friedensnobelpreisträgerin ausgesprochen.
Die Auszeichnung werde im Rahmen eines Festakts am 20. Mai 2010 in der Bonner Redoute verliehen. Frau Ebadi habe sich über die Ehrung sehr erfreut gezeigt und ihre persönliche Teilnahme an der Preisverleihung zugesagt. Bundesaußerminister Guido Westerwelle habe zugesagt, die Laudatio zu halten.
In der Begründung heißt es weiter, Shirin Ebadi kämpfe seit vielen Jahren unerschrocken dafür, dass im Iran die verfassungsrechtlich verbürgten Rechte auch tatsächlich eingehalten werden, insbesondere die Rechte von Frauen und Kindern. Seit den Präsidentschaftswahlen 2009 und den anschließenden innenpolitischen Auseinandersetzungen ist die Friedensnobelpreisträgerin immer wieder Einschüchterungsversuchen ausgesetzt.
Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn wolle mit der Preisverleihung Shirin Ebadi persönlich auszeichnen, „angesichts einer sich zuspitzenden innenpolitischen Auseinandersetzung aber auch Solidarität mit der Demokratiebewegung im Iran zeigen“, so Bettermann.
Nachdem im vergangenen Jahr mit Václav Havel ein großer Europäer für sein Lebenswerk gewürdigt worden sei, werde 2010 eine couragierte Frau in einem aktuellen Konflikt um Demokratie und Menschenrechte unterstützt.
Brücke zu internationalen Entwicklungen der Demokratisierung
Der Internationale Demokratiepreis Bonn wurde im Jahr 2009 erstmals an Václav Havel vergeben. Mit dem Internationalen Demokratiepreis Bonn werden natürliche und juristische Personen ausgezeichnet, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht haben. Der Preis hat zum Ziel, eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung zu schlagen. Ausgelobt wird der Internationale Demokratiepreis Bonn von dem gleichnamigen Verein. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten im Jahr 2007 die Alexander-Koenig-Gesellschaft, die Sparkasse KölnBonn, die Volksbank Bonn Rhein-Sieg e. G. und die Deutsche Welle.
Der Preis wird in Form einer Glasskulptur verliehen. Diese wurde von Studenten des Staatlichen Berufskollegs Glas Keramik Gestaltung des Landes NRW entworfen und hergestellt. In das rund 20 Zentimeter hohe, aus massivem Glas hergestellte Objekt ist an der Stirnseite eine stilisierte parlamentarische Sitzordnung eingearbeitet. Die Skulptur
Wiege "Bonner Demokratie" und UN-Stadt
Demokratie und Internationalität – dafür steht Bonn. Hier gelang nach dem Zweiten Weltkrieg der demokratische Neubeginn. Am 1. September 1948 kam im Museum Koenig der Parlamentarische Rat zusammen und erhielt den Auftrag, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu erarbeiten. Mit dem Internationale Demokratiepreis wird die historische Bedeutung der Stadt als Wiege der deutschen Demokratie nach 1945 aufgegriffen und der Bogen zwischen dem alten und neuen Bonn geschlagen. Gleichzeitig ist Bonn heute UN-Stadt und Sitz zahlreicher international wirkender Organisationen. In der Stadt werden internationale Gesinnung, Toleranz und Völkerverständigung in besonderer Weise gelebt und gefördert. |