| Wege gegen das Vergessen |
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Im Rahmen unserer sonntäglichen Wanderungen und unter dem Motto "Lernen wir unser Zuhause kennen!" haben wir uns mit der Geschichte Aachens auseinandergesetzt. Wir sind in einer Gruppe von 31 Interessierten die "Wege gegen das Vergessen"s gegangen und die Fußspuren der Opfer, Täter und Widerstandskämpfer der Nazizeit von 1933 - 1945 gefolgt.
Die Mitglieder und Aktivisten des VVN-BdA "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschisten" führten uns an folgenden Gedenktafeln:
1. Aachen, Synagogenplatz: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ließ die nationalsozialistische Führung der Stadt Aachen die Synagoge von ihren Helferinnen und Helfern in Brand setzen. Jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden misshandelt, ihre Wohnungen und Geschäfte demoliert. Viele Menschen wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen deportiert.
2. Hansemannplatz/Alexander Strasse: Am 30. Januar 1933 wird Hitler an die Macht gebracht. Es wurde an den Widerstand aus der Arbeiterbewegung gegen den Faschismus erinnert.. Widerstand von Beginn an unter großen Opfern, auch im Viertel Sandkaulstr./Peterstrasse. Dieser Platz lag früher inmitten eines Arbeiterviertels. Hier stießen die Parolen der Nationalsozialisten vor 1933 auf Ablehnung. Nach der Machtübernahme der Nazis leisteten viele heute nicht mehr bekannte Bewohner dieses Viertels Widerstand in mannigfacher Form. Wenige Menschen in Aachen beteiligten sich am Widerstand, sei er aus politischer oder religiöser Überzeugung motiviert. Mitläufer und Nazis waren die Mehrheit.
3. Großköln Strasse: Am 1. April 1933 bezogen in Aachen um 10 Uhr SS- und SA-Männer Posten vor jüdischen Geschäften und vor Praxen jüdischer Ärzte und Anwälte. „Kauft nicht bei Juden!“, lautete ihr diffamierender Aufruf. Ab 1938 wurden zahlreiche jüdische Geschäfte, Firmen und jüdischer Privatbesitz „arisiert“. Das bedeutet, widerrechtlich zugunsten nicht jüdischer Deutscher enteignet oder weit unter Wert verkauft. Bis schließlich die Menschen vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Es wurde daran erinnert, dass am Morgen nach der Reichpogrom Nacht in Aachen die jüdische Geschäfte in der Großköln Strasse verwüstet und ausgeplündert. Über den vorherigen Besitzeigentümer von „Kaufhof“ wurde erklärt: Die Besitzverhältnisse und die Führung der Leonard Tietz A.-G.- habe in der letzten Zeit eine grundlegende Änderung erfahren. Außerdem wurden Maßnahmen eingeleitet welche die Angleichung der Betriebsführung an die Grundsätze nationaler Wirtschaftsführung erstreben. Als äußerstes Zeichen dieser durchgreifenden Änderung hat die Generalversammlung vom 11.Juli 1933 die Umrennung der Firma Leonard Titz A.-G. in Westdeutsche KAUFHOF Aktiengesellschaft beschlossen.
4. Marktplatz / Rathaus: In der NS-Zeit sind in Aachen Menschenrechte verletzt worden. Daran waren auch Kommunalpolitik und Stadtverwaltung beteiligt. Das Projekt „Wege gegen das Vergessen“ erinnert hier und an anderen Stellen der Stadt an die Verbrechen des Naziterrors, an Mitläufertum und Widerstand. Der am 12. März 1933 schon unter Bedingungen von Terror und Verfolgung Andersdenkender gewählten Stadtrat beschloss am 29. März 1933, Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft der Stadt Aachen anzudienen. Ähnliches geschah in vielen anderen Städten. Dafür stimmten die Stadtverordneten des Zentrums, der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, der DVP und der NSDAP. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten stimmten dagegen; die kommunistischen Stadtverordneten waren bereits von der Stadtverordnetenversammlung ausgeschlossen. Nach dem Verbot von SPD und KPD im Juli 1933 wurde der seit 1928 amtierende Oberbürgermeister, der dem Zentrum angehörte, zwangsbeurlaubt und am 15. September 1933 von den übrigen Stadtverordneten ein Nationalsozialist einstimmig zum Oberbürgermeister „gewählt“.
5. Katschhof / Stummer Widerstand der Katholiken: Zur Heiligtumsfahrt vom 10. bis 25. Juli 1937 kamen etwa 800.000 Katholiken nach Aachen, die mutig ihren Glauben gegenüber den Anfeindungen des NS-Regimes bekannten. Oppositionelle nutzten diese Gelegenheit zu heimlichen Treffen und offenem Widerspruch gegen den Nationalsozialismus.
6. Jakobstraße, „Zum wehrhaften Schmied“: In einem Haus an diesem Platz traf sich Anfang der dreißiger Jahre regelmäßig eine Gruppe der rund 50 Zeugen Jehovas aus dem Raum Aachen. Gemäß ihrer religiösen Überzeugung lehnten sie jegliche Anpassung an das Nazi-Regime ab. Im Jahr 1933 bereits verboten, prangerte die Religionsgemeinschaft aus dem Untergrund den NS-Staat an. Bis Ende der NS-Zeit bezahlte jeder zehnte Zeuge Jehovas diesen aktiven gewaltlosen Widerstand mit dem Leben.
7. Regierungsgebäude in Theaterplatz: Erinnerung an der Justizwillkür In diesem Gebäude hatte seit 1933 die „Geheime Staatspolizei“, GESTAPO, ihre Büros. Von den Nazis verfolgte Menschen wurden hier festgehalten, verhört und auch misshandelt, bevor sie in Gefängnisse und Lager überstellt wurden.
8. Hochhaus am Hauptbahnhof: An dieser Stelle befand sich das ehemalige Gesundheitsamt der Stadt Aachen. Hier wirkten im Zuge des nationalsozialistischen Rassenwahns ab 1934 besonders willfährige Ärzte daran mit, dass mehrere hundert Frauen, Männer und Kinder als „minderwertig“ bezeichnet und zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ in sieben Aachener Krankenhäusern zwangssterilisiert oder von 1941 bis 1945 in „Euthanasie- Anstalten geschickt und dort ermordet wurden.
9. Aachen Hauptbahnhof: Für viele Menschen war ab 1933 der Aachener Hauptbahnhof die letzte deutsche Station auf ihrer Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung. Sie flohen nach Belgien, nach Frankreich, nach Großbritannien, in die Niederlande, in die USA, nach Palästina... Die Bahnhöfe waren für viele Menschen zugleich die erste Station auf dem Weg ihrer Verschleppung und Deportation. Ab 1942 wurden die meisten noch in der Stadt lebenden jüdischen Aachener in die Vernichtung deportiert
10. Marienburg: Nach Planungen noch in der Weimarer Republik weihte am 6. August 1933 der nationalsozialistische Aachener Oberbürgermeister dieses „Ehrenmal“ für die deutschen Gefallenen des 1. Weltkrieges ein. Der militaristische Geist jener Jahre prägt dieses Bauwerk bis in die Gegenwart.
Anschließend saßen wir beim Kaffee im SHARDANA - Centro Culturale Sardo e.V. und sahen Bilder von weiteren Gedenktafeln über die Nazizeit in Aachen. Die Erklärungen zu den Bildern waren sehr Aufschlussreich und ließen uns in eine grausame Zeit zurückblicken, die nie wiederholt werden darf.
Waldfriedhof: Deutsches Machtstreben mündete im 20. Jahrhundert zweimal in einen Weltkrieg. Allein der 2. Weltkrieg kostete mehr als 62 Millionen Menschen das Leben. Fast 4.000 Aachener starben als Soldaten für Nazideutschland, 2.500 Aachenerinnen und Aachener kamen in ihrer Stadt um.
Waldfriedhof: Hier ruhen 52 Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Unter ihnen sind politisch Verfolgte und behinderte Menschen.
Westfriedhof: Hier ruhen 148 Menschen aus der Sowjetunion, Männer, Frauen und Kinder, die während des Krieges in ihrer Heimat zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren. Viele starben durch unmenschliche Behandlung.
Quelle: Stadt Aachen Fotos: Maryam Aliakbari
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Samstag, 26.05.2012
ساعت ۱۸:۳۰ تا ۲۱:۳۰
21:30 - 18:30
(DIFAs Büro)
Welthaus
An der Schanz 1
Sonntag, 20.05.2012
Blausteinsee
12.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz - Blausteinsee , 52249 Eschweiler (Dürwiß)
Fahrgemeinsschaft ab Aachen:
11:30, Parkplatz Blücherplatz - 52068 Aachen
(Jüllicher Str., an der städtischen Musikschule)
Dauer: ca. 3 Stunden,
Strecke: ca. 10 km
Lernen wir unser Zuhause kennen!

Das aktuelle Buch:
wird noch ausgesucht und bekanntgegeben!
Das nächste Treffen:
08. September 2012
18:00 bis 22:00 Uhr
DIFA-Raum im Welthaus
An der Schanz 1, 52064 Aachen
Beginn: 22.11.2011
Jeweils am Dienstag 18:00-19:30Uhr
im DIFA-Raum
An der Schanz 1
52064 Aachen
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